Die brasilianische Umweltschutzbehörde Ibama hat kürzlich neue Vorschriften zur Anpassung der Verwendung von Pestiziden mit dem Wirkstoff Thiamethoxam erlassen. Die neuen Regeln verbieten die Verwendung dieser Pestizide nicht gänzlich, sondern untersagen das ungenaue Besprühen großer Flächen verschiedener Nutzpflanzen mit Flugzeugen oder Traktoren, da die Spritzmittel abdriften und Bienen sowie andere Bestäuber im Ökosystem schädigen können.
Für bestimmte Kulturen wie Zuckerrohr empfiehlt Ibama den Einsatz von Thiamethoxam-haltigen Pflanzenschutzmitteln in Präzisionsanwendungen wie der Tropfbewässerung, um Abdrift zu vermeiden. Agronomische Experten bestätigen, dass die Tropfbewässerung eine sichere und effiziente Methode zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln im Zuckerrohranbau darstellt. Sie wird zur Bekämpfung wichtiger Schädlinge wie Mahanarva fimbriolata, der Termite Heterotermes tenuis, des Zuckerrohrbohrers (Diatraea saccharalis) und des Zuckerrohrrüsslers (Sphenophorus levis) eingesetzt. Die Auswirkungen auf die Kulturpflanzen sind geringer.
Die neuen Bestimmungen stellen klar, dass Thiamethoxam-Pestizide nicht mehr zur chemischen Behandlung von Zuckerrohr-Vermehrungsmaterial in Zuckerrohrfabriken eingesetzt werden dürfen. Nach der Zuckerrohrernte können Pestizide jedoch weiterhin über Tropfbewässerungssysteme auf den Boden ausgebracht werden. Um bestäubende Insekten nicht zu beeinträchtigen, wird empfohlen, zwischen der ersten und der nächsten Tropfbewässerung einen Abstand von 35 bis 50 Tagen einzuhalten.
Darüber hinaus werden die neuen Regeln die Verwendung von Thiamethoxam-Pestiziden auf Kulturpflanzen wie Mais, Weizen, Sojabohnen und Zuckerrohr erlauben, die direkt auf den Boden oder das Laub aufgebracht werden, sowie zur Saatgutbehandlung, wobei spezifische Bedingungen wie Dosierung und Verfallsdatum noch genauer geklärt werden müssen.
Experten wiesen darauf hin, dass der Einsatz von Präzisionsmedizin, wie beispielsweise der Tropfbewässerung, nicht nur Krankheiten und Schädlinge besser bekämpfen, sondern auch die Betriebssicherheit gewährleisten und den menschlichen Arbeitsaufwand reduzieren kann. Es handelt sich somit um eine nachhaltige und effiziente neue Technologie. Im Vergleich zur Sprühbewässerung vermeidet die Tropfbewässerung die potenzielle Gefährdung von Umwelt und Personal durch Flüssigkeitsabdrift und ist insgesamt umweltfreundlicher, wirtschaftlicher und praktischer.
Veröffentlichungsdatum: 30. April 2024



