Die mexikanische Regierung hat angekündigt, dass das für Ende dieses Monats geplante Verbot von glyphosathaltigen Herbiziden verschoben wird, bis eine Alternative gefunden ist, um die landwirtschaftliche Produktion aufrechtzuerhalten.
Laut einer Regierungserklärung verlängerte der Präsidialerlass vom Februar 2023 das Glyphosatverbot bis zum 31. März 2024, vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Alternativen. „Da die Voraussetzungen für einen Ersatz von Glyphosat in der Landwirtschaft noch nicht erfüllt sind, muss die nationale Ernährungssicherheit Vorrang haben“, heißt es in der Erklärung. Dazu gehören auch andere, gesundheitlich unbedenkliche Pflanzenschutzmittel und Unkrautbekämpfungsmethoden, die ohne Herbizide auskommen.
Darüber hinaus verbietet das Dekret gentechnisch veränderten Mais für den menschlichen Verzehr und fordert die schrittweise Abschaffung der Verwendung von gentechnisch verändertem Mais für Tierfutter und die industrielle Verarbeitung. Mexiko argumentiert, der Schritt diene dem Schutz lokaler Maissorten. Die Vereinigten Staaten beanstandeten das Dekret jedoch und erklärten, es verstoße gegen die im USMCA-Abkommen (USA-Mexiko-Kanada-Abkommen) vereinbarten Marktzugangsregeln.
Mexiko ist der wichtigste Abnehmer von US-Getreideexporten und importierte laut US-Landwirtschaftsministerium im vergangenen Jahr US-Mais im Wert von 5,4 Milliarden US-Dollar, größtenteils gentechnisch veränderten Mais. Um die Differenzen beizulegen, beantragte das Büro des US-Handelsbeauftragten im August letzten Jahres die Einsetzung eines Streitbeilegungsgremiums im Rahmen des USMCA-Abkommens. Die Verhandlungen beider Seiten zur Beilegung des Streits über das Verbot von gentechnisch verändertem Mais dauern an.
Es ist erwähnenswert, dass Mexiko seit mehreren Jahren an einem Verbot von Glyphosat und gentechnisch veränderten Pflanzen arbeitet. Bereits im Juni 2020 kündigte das mexikanische Umweltministerium an, glyphosathaltige Herbizide bis 2024 zu verbieten. 2021 hob ein Gericht das Verbot zwar vorübergehend auf, diese Entscheidung wurde jedoch später wieder aufgehoben. Im selben Jahr wiesen mexikanische Gerichte einen Antrag der Landwirtschaftskommission auf Aussetzung des Verbots zurück.
Veröffentlichungsdatum: 02.04.2024



