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Gestalten Sie landwirtschaftliche Flächen so, dass die Natur selbst Schädlinge bekämpft.

Munsells Forschung konzentriert sich auf „natürliche Feinde“: Insekten wie Schwebfliegen, Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen. Diese Arten sind wichtige Verbündete der Landwirte, da sie sich von häufigen Schädlingen wie Blattläusen ernähren. Jahrzehntelange Intensivierung der Landwirtschaft hat jedoch zur weitverbreiteten Nutzung von Monokulturen geführt, was die Verknappung oder gar das vollständige Fehlen wichtiger Ressourcen wie Nektar, Pollen, Lebensraum und vielfältiger Beute zur Folge hatte.
„Wir denken oft, dassSchädlingsbekämpfung„Dafür benötigen wir etwas, das wir kaufen oder verwenden, aber die Natur hat bereits eine sehr effektive Lösung bereitgestellt – vorausgesetzt, wir schaffen die richtigen Bedingungen dafür“, sagte Mansell.
Munsell betont, dass diese Nützlinge zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Ressourcen benötigen und kein einzelner Lebensraum all ihre Bedürfnisse befriedigen kann. Stattdessen sind sie auf eine Kombination mehrerer Lebensräume angewiesen – ein Prinzip, das als Landschaftskomplementarität bekannt ist.
Mansell sagte: „Man kann sich das wie ein ganzjähriges Buffet für Nützlinge vorstellen. Wenn genügend Ressourcen vorhanden sind, können natürliche Feinde überleben, sich fortpflanzen und Schädlingspopulationen kontrollieren. Wenn diese Ressourcen plötzlich verschwinden, bricht das gesamte System zusammen.“
Blühstreifen werden in der europäischen Landwirtschaft zunehmend eingesetzt, ihre Wirksamkeit ist jedoch uneinheitlich. Blühstreifen sind schmale, künstlich angelegte Streifen mit blühenden Pflanzen am Rand von Ackerflächen, die einen naturnahen Lebensraum für Nützlinge schaffen sollen. Eine Auswertung von 75 Studien durch Mancier zeigt jedoch, dass viele Blühstreifen schlichtweg aufgrund ungeeigneter Blumensorten oder falscher Blütezeiten wirkungslos sind. Blühstreifen, die speziell zur Förderung natürlicher Feinde von Insekten angelegt wurden, erzielen deutlich bessere Ergebnisse.
„Es reicht nicht, einfach nur ein paar blühende Pflanzen anzupflanzen und den Rest dem Zufall zu überlassen“, sagte sie. „Die Wahl der Pflanzenarten ist entscheidend, insbesondere für Insekten wie Schwebfliegen, die nur bestimmte Blütenarten nutzen können.“
Um die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Lebensräumen in Agrarlandschaften besser zu verstehen, entwickelte Munsell ein verbessertes Populationsdynamikmodell, in dem sie Schwebfliegen und Blattläuse als Untersuchungsobjekte nutzte. Ihre Modellergebnisse zeigen, dass Gehölzhabitate besonders wichtig sind, da sie zu Beginn und am Ende der Vegetationsperiode, wenn die Ernteerträge gering sind, Nektar und Nahrungsquellen bieten.
Sie zeigte auch, dass landwirtschaftliche Flächen selbst eine wichtige Quelle natürlicher Feinde von Schädlingen sein können, und stellte damit die lange Zeit vorherrschende Annahme in Frage, dass nur naturnahe Lebensräume einen wesentlichen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung leisten können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Bewirtschaftung. Falsch geplante Mäh- oder Erntemaßnahmen können Pflanzen plötzlich lebenswichtige Ressourcen entziehen und so die Populationen von Fressfeinden zu kritischen Zeiten stören. Durch die Anpassung der Mähzeiten oder die Staffelung der Feldarbeiten lassen sich solche plötzlichen Störungen der Ressourcenverteilung verhindern.
Mansell sagte: „Landwirte müssen ihre Ackerflächen nicht komplett umgestalten. Kleine, rechtzeitige Änderungen – wie zum Beispiel das Verschieben des Mähens um einige Wochen – können einen enormen Einfluss auf das Überleben von Raubtieren haben.“
Munsells Forschung liefert wissenschaftliche Erkenntnisse für die Gestaltung von Landschaften, die das Überleben und die Vermehrung natürlicher Feinde von Schädlingen fördern. Durch die Integration von Gehölzen, sorgfältig angelegten Blühstreifen und ergänzenden Nutzpflanzen können Landwirte die natürliche Schädlingsbekämpfung verbessern, den Einsatz von Pestiziden reduzieren und die Artenvielfalt unterstützen.
Mansell sagte: „Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet nicht, in die Vergangenheit zurückzukehren, sondern moderne ökologische Erkenntnisse für eine intelligentere Landwirtschaft zu nutzen. Wenn wir Landschaften gestalten, die die Bedürfnisse nützlicher Insekten unterstützen, schaffen wir widerstandsfähige Ernährungssysteme für eine langfristige Entwicklung.“
Laura Mansell: *Das erstaunliche Leben natürlicher Feinde: Die Rolle der Landschaftskomplementarität bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung*. Betreuer: Dr. ARM Janssen. Mitbetreuer: Dr. PKJ van Rijn und Dr. JA ten Brink.
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Veröffentlichungsdatum: 23. Juni 2026